Video, lateinisch: „ich sehe“, audio, lateinisch „ich höre“. Zwei unserer fünf Sinne sind bis hierher beteiligt. Zum Glauben genügt das nicht. Wenn Hören und Sehen genügten, würde uns bei einer Videokonferenz rein gar nichts fehlen. Zum Glauben gehört unser ganzes Leben, mit allen Sinnen. Und wenn es ernst wird, prüfen die drei vernachlässigten Sinne, wie es sich anfühlt, schmeckt, riecht. Wenn es in der evangelischen Kirche ernst wird, bei der Aufnahme in die Gemeinde durch die Taufe und beim erneuerten Miteinander von Gott und Menschen beim Abendmahl, dann muss das fühlbar sein.

Mit Distanzregeln ist es anders als sonst. Das Abendmahlsbrot ist mit Traubensaft gebacken. Nichts wird von einem zum anderen gegeben. Aber wir sind miteinander im Raum, wenn wir das Brot vom Altar nehmen. Und wir sprechen miteinander die überlieferten Worte.

Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward,

nahm er das Brot, dankte und brach es,

er gab es seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset!

Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.

Solches tut zu meinem Gedächtnis.

Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl,

dankte, gab ihnen den und sprach:

Nehmet hin und trinket alle daraus!

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,

das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Solches tut, so oft ihrs trinkt, zu meinem Gedächtnis!

Wir erinnern uns an Jesus und verbinden uns aufs Neue mit ihm. Das Rezept für das Hohenschönhausener Abendmahlsbrot finden Sie im Download-Bereich.