… da haben wir etwas dagegen! Der „Treffpunkt Ehrenamt“ im Sommer fand zum Thema „Was kann ich Gutes für mich tun?“ statt. Unsere Ehrenamtskoordinatorin Bettina Cordts hatte Simone Dreblow eingeladen. Frau Dreblow kommt eigentlich aus der Wirtschaft, arbeitet aber inzwischen als Therapeutin und Beraterin.

Bei Abendbrot, Kräuterwasser und Kerzenschein ging es rund ums Ehrenamt und seine Tätigen. Diese sind nicht allein auf weiter Flur – in Deutschland sind je nach Studienlage über 31 Millionen Bürger ehrenamtlich aktiv. Insbesondere in den Bereichen Sport, Bildung, Kommune, Pflege und Soziales bis hin zu innovativen Klima- und Landschaftsprojekten der jüngeren Generation reicht die Bandbreite.
Erstaunt waren die Teilnehmerinnen, dass mehr Männer als Frauen ehrenamtlich arbeiten.

Dies ergibt sich aus dem hohen Ehrenamtsanteil im Sport. Bei soviel Engagement kommen über 6 Milliarden ehrenamtliche Arbeitsstunden zu 60 Milliarden bezahlten Arbeitsstunden im Jahr zusammen. Damit hat das Ehrenamt volkswirtschaftlich und auch für das Demokratie- und Solidaritätsverhalten unserer Gesellschaft eine enorme Bedeutung. Und so erstaunen auch nicht die Wünsche der Ehrenamtlerinnen in der Runde nach mehr Anerkennung und Wertschätzung, Fortbildung und Unterstützung, da, so unisono – das Ehrenamt wertvoll ist, auch für die Ehrenamtlichen selber.

Die zusammengetragenen Motive waren vielfältig: helfen können, in guter Gesellschaft sein, die eigenen Gaben sinnstiftend einbringen. Die Vielfalt der Ehrenämter allein in dieser Runde von Kirche, Seelsorge, Politik, Familienbildung, Jugendarbeit, Sport, Kultur über Behindertenunterstützung, Organisation zu Flüchtlingshilfe und Tierschutz erstaunte die Teilnehmer selbst. An diesem Abend stellte sich heraus, dass alle bereits zwischen dem 7. und 14. Lebensjahr begannen, ehrenamtlich tätig zu sein, und das über eine lange Zeit bis hin zu 54 Jahren. Gemeinsam haben wir festgestellt, wie wichtig auch Ehrenamtspausen sind. Wünschenswert sind dann ein begleiteter Wiedereinstieg und auch die wertschätzende Beendigung des Ehrenamts.

Und da kommt das Thema Selbstfürsorge ins Spiel. Ehrenamtler sind ja lieber selber der Hirte, und nicht das Schaf. Aber auch Helfer müssen sich mal helfen lassen, von anderen oder sich selbst. Der Satz „Ehrenamt muss man sich leisten können“ regte zu interessanter Diskussion um körperliche und seelische Gesundheit, existenzielle Absicherung und Ausbildung der Ehrenamtler an.

Was können Ehrenamtliche nun selber tun damit es ihnen im Ehrenamt gut geht? Wie kann mein Glaube mich stärken auch im Ehrenamt? Es ging weiterhin darum fachliche oder logistische Unterstützung für die Arbeit im Ehrenamt zu erbitten, achtsam mit sich selbst zu sein und Überforderung wahrzunehmen. Regelmäßig sollte überprüft werden, ob Ehrenamt und aktuelle Lebensphase zueinander passen. Ideen zum Nein-Sagen und für ein persönliches Stoppschild wurden auf die eigene Machbarkeit hin geprüft. Einsatzstunden und -themen sollten abgeglichen werden, Kommunikationsabläufe und nicht zuletzt persönliche Wohlfühlprogramme auf den Prüfstand gestellt und Auszeiten mit Kunst, Kultur, Natur und Freunden geplant werden.

Bettina Cordts, Simone Dreblow