Gottesdienst zu Hause

Vor den Kirchen in Wartenberg und Malchow hängen Sonntag morgen kleine Beutel: Der Gottesdienst zum Mitnehmen. Hier finden Sie ihn zum Download. Mit Predigt, Gebet und einer wichtigen Bitte (Brief zur Kollekte):

Gottesdienst zum achten Sonntag nach dem Trinitatisfest, (02.08.2020; PDF, hier klicken) von Pfrn. Nana Dorn

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29. Juli: Andacht zum 7. Sonntags nach Trinitatis

von Pfn. Nana Dorn

Liebe Leserin, lieber Leser!

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, so lautet der Wochenspruch aus Epheser 2,19.

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg herrschte Wohnungsnot.
Manche Ehepaare oder Alleinstehende bewohnten große Wohnungen alleine.
Dort wurden dann Zimmer untervermietet.

Das war für beide Seiten nicht einfach.
Alleinstehende durften z.B. keine Besuche von Menschen des anderen Geschlechts empfangen.
Die Vermietenden hätten sonst wegen „Kuppelei“ angezeigt werden können.
Und die Vermietenden mussten sich Bad und Küche mit Untermieter*innen teilen.
Die Untermieter*innen waren nicht immer so leise, ordentlich und sauber wie gewünscht.
Alle erfuhren im Laufe der Zeit mehr voneinander als ihnen lieb war.
Alles das führte natürlich bei beiden Seiten oft zu Ärger, Vorwürfen und Streit.

Ganz besonders schwierig war das Leben in Untermiete für junge Paare.
Die warteten dringlich auf eine eigene Wohnung.
Dort hatten sie ihre Ruhe vor neugierigen, aufdringlichen und sich einmischenden Vermietenden.

Manche haben diese Zeiten noch erlebt.
Sie erinnern sich:
Mit Hausgenossen und Hausgenossinnen ist es oft ganz schön kompliziert.
Deswegen kann man in der Auswahl seiner Hausgenoss*innen gar nicht vorsichtig genug sein.

Andererseits kann gemeinsames Wohnen für lebenslange Bindungen sorgen. Manche WG aus Studienzeiten hat Beziehungen geschmiedet, Freundschaften oder die große Lieben gestiftet.
Wenn es passt, dann sind Hausgenoss*innen Verbündete, Hilfe und Stütze, für die Zeit des gemeinsamen Wohnens oder weit darüber hinaus.
Und manchmal, wenn jemand auszog, sagen die Anderen: So Eine*n kriegen wir nie wieder.

Als Christenmenschen sind wir Gottes Hausgenoss*innen.
Gott hat uns zu sich eingeladen.
Er hat in der Taufe (manchmal auch schon vorher) seine Türen weit für uns geöffnet.
Er lädt uns an seinen Tisch, er hört uns zu, er ist uns Verbündeter, Hilfe und Stütze.

Was für Hausgenoss*innen sind wir denn für Gott?
Und vor allen Dingen für die, die dieses Haus Gottes mit uns teilen?

Sind wir solche, die nicht so sind wie gewünscht, von Gott und von den anderen?

Oder sind wir diejenigen, die in Beziehung und daher Verbündete, Hilfe und Stütze sind?
Sind wir so, dass Andere einmal von uns sagen, wenn wir gehen müssen aus dieser Welt: So Eine*n finden wir nie wieder?
Das hätte doch was!

Gott hat uns eingeladen in sein Haus, in seine Gemeinschaft, in seine Nähe.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und überlegen Sie:
Wie geht das für Sie: Mit Gott als Hausgenossen leben?
Und mit wem können Sie Ihr Zusammenleben verbessern – innerhalb oder außerhalb Ihrer vier Wände?
Amen.